Über mich

Ein Weg, der 2011 begann – und bis heute weitergeht

Erfahrungen, Zweifel, Entscheidungen – und warum aus einem Aufenthalt ein langfristiges Engagement wurde.

Namasté!

Ich freue mich, dass Du hier bist.
Mein Name ist Khai-Thai und wenn ich gefragt werde, warum ich seit 2011 immer wieder nach Nepal reise, ist die einfache Antwort: weil es mich nicht loslässt.

Die ehrlichere Antwort ist komplexer.
Es geht um Begegnungen, Verantwortung, Zweifel und Entscheidungen – und um die Erkenntnis, dass gute Absichten allein nicht reichen.

Geplant war damals ein kurzer dreimonatiger Aufenthalt.
Am Ende wurden es sieben. Und aus diesen sieben Monaten ist etwas entstanden, das bis heute mein Leben prägt

Nepal ist für mich kein Sehnsuchtsort, kein Projekt, kein Kapitel. Es ist ein langfristiger, lebendiger Prozess.

Khai-Thai blickt von einem Aussichtspunkt über das Kathmandu-Tal in Nepal
Seit 2011 immer wieder derselbe Blick – und doch jedes Mal ein neuer.

Wie alles begann – 2011

Der planlose Anfang als klassischer Volunteer

2011 bin ich zum ersten Mal nach Nepal gereist.
Nicht als Tourist, sondern als Volunteer. Ich wollte helfen. Erfahrungen sammeln. Etwas Sinnvolles tun. Soziales mit Abenteuer verbinden. Und ich war – rückblickend ehrlich – auch ziemlich naiv.

Ich landete an der Snowland-Schule, war plötzlich mitten im Alltag von Kindern, Lehrkräften und Freiwilligen. Ich sah Armut, aber auch Würde. Mangel, aber auch Lebensfreude. Herzlichkeit – und Dinge, die mich verstörten.

Was als „ein paar Monate Auslandserfahrung“ geplant war, wurde zu etwas, das meinen Blick nachhaltig verändert hat. Diese Zeit hat mir gezeigt, wie komplex Hilfe ist – und wie wenig man versteht, wenn man nur von außen darauf schaut.

Khai-Thai verabschiedet sich im März 2012 von einem Kind in einer Schule in Nepal
Beim Abschied im März 2012 wusste ich, dass ich zurückkehren würde. In sieben Monaten waren Beziehungen entstanden, die mich bei meinen ersten Rückreisen wieder den Großteil der Zeit an die Snowland-Schule führten.

Erste Zweifel – und ein unangenehmes Erwachen

Schon in den ersten Wochen merkte ich: Nicht alles, was unter dem Begriff „Freiwilligenarbeit“ läuft, ist automatisch sinnvoll.

Es gab strukturelle Missstände – bei der Volunteering-Agentur und in den Projekten. Verantwortung wurde weggeschoben. Transparenz war ein Fremdwort. Kritik war nicht erwünscht. Ich begann zu dokumentieren, nachzufragen, unbequem zu werden.

Ein Tuberkulose-Ausbruch an der Schule war ein Wendepunkt. Ohne die Eigeninitiative einiger weniger Volunteers wäre vieles unentdeckt geblieben. Institutionelle Verantwortung? Interesse vom Großteil der anderen Volunteers? Kaum vorhanden.

In dieser Zeit habe ich verstanden: Volunteering- Organisationen verfolgen massive wirtschaftliche Interessen. Und viele Volunteers – so ehrlich muss ich sein – sind mehr an der eigenen Reise-Erfahrung interessiert als an langfristiger Verantwortung.

Diese Erkenntnis war schmerzhaft – aber notwendig.

Internationale Volunteers arbeiten gemeinsam an einem Bauprojekt in Nepal, aufgenommen aus der Vogelperspektive
Viele Volunteers, wenig Erfahrung, kaum Struktur und Verantwortung. Solche Projekte zeigen, wie gut gemeinte Freiwilligenarbeit schnell ineffektiv werden kann, wenn Expertise und Organisation fehlen. Unkoordiniert wird es oft zur Inszenierung – ich war damals mittendrin und Teil des Systems. Freiwilligenarbeit kann sinnvoll sein, wenn sie richtig gestaltet, verantwortungsvoll geplant und lokal getragen wird.

2012 – Die Gründung von hamromaya Nepal e.V.

Nach meiner Rückkehr nach Deutschland war klar: Wenn ich nachhaltige und effiziente Hilfe leisten wollte, brauchte es eigene, kontrollierbare Strukturen.

2012 habe ich hamromaya Nepal e.V. gegründet.
Nicht groß. Nicht professionell durchgeplant. Aber transparent. Persönlich. Und vollkommen ehrenamtlich.

Der Verein entstand aus dem Wunsch, den Snowland-Kindern konkret zu helfen – ohne Zwischenebenen, ohne Intransparenz. Über ein Jahrzehnt später ist daraus weit mehr geworden. Bis heute fließen die Mittel in Bildungs- und Sozialprojekte, Schulmaterialien, Kantinenprogramme und gezielte Unterstützung dort, wo sie wirklich gebraucht wird.

Ich begleite diese Projekte nicht nur – ich trage die Verantwortung dafür.

Kinder einer nepalesischen Schule erhalten im Rahmen des hamromaya Schultaschen-Projekts neue Schulrucksäcke
Schultaschen-Verteilung im Rahmen von hamromaya Nepal e.V. – bis Ende 2025 wurden fast 30.000 Schulrucksäcke an Kinder in abgelegenen Regionen Nepals verteilt.

Lernen statt Romantisieren

Ich war inzwischen viele Male in Nepal.
Und trotzdem lerne ich bei jeder Reise etwas Neues.

Nepal wird für mich nicht langweilig.
Es wird differenzierter.

Ich sehe Schönheit – aber auch Widersprüche.
Ich sehe Herzlichkeit – aber auch politische und gesellschaftliche Herausforderungen.
Ich sehe große Stärke – und strukturelle Probleme.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich immer wieder zurückkehre: Weil Nepal kein Postkartenmotiv ist, sondern ein echtes Land mit echten Menschen.

Regenszene in Kathmandu mit Tempelarchitektur, Menschen mit Schirmen und nasser Straße
Nepal ist für mich kein Postkartenmotiv – sondern Alltag, Wetter, Widersprüche und echtes Leben.

2016 – Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit klarer Haltung

2016 begann die Zusammenarbeit mit Rajeev und Vishal. Was als einfacher Kontakt begann, wurde zu einer Partnerschaft auf Augenhöhe. Sie kennen die Realität vor Ort. Ich bringe Struktur, Erfahrung und Reichweite ein.

Aus dieser Zusammenarbeit entstand Project Volunteer Nepal (PVN) – bewusst als Gegenmodell zum kommerziellen Voluntourismus: Lokal geführt. Keine inszenierte Armut, keine „Erlebnis-Pakete“. Sondern Projekte, die aus dem Bedarf vor Ort entstehen.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen Freiwilligenarbeit. Aber ich bin sehr kritisch gegenüber dem kommerziellen Voluntourismus und seinen Volunteers geworden. Zu oft werden Reise-Erlebnisse verkauft, und zu oft fehlt es den Volunteers an Fachwissen, Erfahrung und Weitblick.

Volunteer unterstützt ein Kind in einer Behindertenschule in Nepal
Freiwilligenarbeit dort, wo Unterstützung tatsächlich gebraucht wird – eingebunden in den Alltag der Schule und in enger Abstimmung mit dem lokalen Team. Für mich wurde hier deutlich, dass Engagement dann sinnvoll ist, wenn es Bedarf deckt – nicht wenn es gut vermarktbar ist.

Meine Haltung ist heute klarer, nicht verbittert. Ich glaube an lokale Verantwortung, langfristige Beziehungen und Transparenz. Und daran, dass Freiwilligenarbeit nur dann sinnvoll ist, wenn sie nicht wie eine Pauschalreise gebucht werden kann. Ich möchte, dass Menschen, die ernsthaft helfen wollen, die Chance bekommen, vor Ort wirklich etwas zu bewirken – eingebunden, vorbereitet und mit Verantwortung. Darum gibt es PVN.

Warum es meinNepal heute gibt

Aus einem kleinen Shop wurde über die Jahre mehr.
Aus einem Blog entstand eine Wissensplattform.
Aus einzelnen Projekten entwickelte sich ein Rahmen für mehrere Initiativen.

Nichts davon war perfekt geplant.
Alles ist gewachsen.

Der meinNepal Shop ist heute ein soziales Unternehmen.
Ein Teil der Einnahmen fließt in die Hilfsprojekte meines hamromaya Nepal e.V..

meinNepal.de ist kein Reiseportal. Kein NGO-Marketing. Kein „Spirit“-Projekt. Es ist der Versuch, Nepal ehrlich zu zeigen – in seiner Schönheit, seinen Herausforderungen und seinen Widersprüchen – mit Nähe, mit Kritik, mit Respekt.

Silhouette von Khai-Thai auf einer Dachterrasse in Nepal bei Sonnenuntergang
Über den Dächern von Nepal – ein Ort zum Nachdenken, Einordnen und Weiterentwickeln dessen, was über die Jahre gewachsen ist.

Was sich über die Jahre verändert hat

und was Du hier erwarten darfst

Ich bin heute nicht misstrauischer als 2011. Aber klarer.
Ich weiß, wo meine Grenzen sind. Ich weiß, wann ich Kooperationen beende. Und ich weiß, dass Idealismus ohne Struktur schnell ausgenutzt wird. Transparenz ist mir wichtiger als moralische Überhöhung.

Gleichzeitig ist meine Verbundenheit zu Nepal tiefer geworden. Nicht romantischer – sondern realistischer.

Wenn Du hier liest, wirst Du kein perfektes Bild von Nepal finden. Keine Heldenstory.

Sondern Einordnungen statt Schlagworte. Transparenz statt Inszenierung. Projekte mit Namen statt anonymer Kampagnen. Persönliche Haltung statt neutraler Distanz.

Khai-Thai im Gespräch mit einem älteren Mann vor einem Gebäude in Nepal
Zuhören, einordnen, Verantwortung übernehmen – viele meiner Überzeugungen sind in solchen Gesprächen gewachsen.

Ich bin seit 2011 regelmäßig in Nepal. Über zwei Jahre meines Lebens habe ich dort verbracht. Viele Beziehungen sind über die Jahre gewachsen – nicht durch Programme, sondern durch Alltag.

Nepal ist für mich kein Projekt.
Es ist ein Teil meines Lebens.

Und heute?

Heute ist meinNepal ein Rahmen für mehrere Initiativen: Wissen, Shop, Engagement und Reisen – verbunden durch persönliche Erfahrung, Verantwortung und langfristige Zusammenarbeit.
Alles unter einem Dach – mit einer klaren Haltung.

Und wenn Du hier liest, dann vielleicht, weil Du neugierig bist. Oder weil Du Dich fragst, ob Du Nepal bereisen, unterstützen oder besser verstehen möchtest. Egal in welchem Bereich – Wissen, Reisen, Shop oder Engagement – ich möchte Dir nichts zeigen, was ich nicht selbst vertreten kann.

Wenn Du auf meine Seiten wiederkommst, dann hoffentlich nicht wegen einer Marketingbotschaft. Sondern weil Du gespürt hast, dass hier jemand schreibt, der bleibt.

Khai-Thai geht einen Weg entlang mit Blick auf eine nepalesische Stadt im Tal
Unterwegs – seit 2011. Nicht als Besucher, sondern als Teil eines Weges, der geblieben ist.

Wenn Dich einzelne Aspekte dieses Weges näher interessieren

Vielleicht möchtest Du tiefer in meine Einordnungen zu Nepal eintauchen, mehr über hamromaya Nepal e.V. erfahren oder Dir selbst ein Bild von Project Volunteer Nepal machen.

Du kannst an verschiedenen Stellen tiefer einsteigen – je nachdem, was Dich bewegt.

Viele der Themen, über die ich auf meinNepal schreibe – ob Freiwilligenarbeit, Reisen oder gesellschaftliche Fragen – sind aus eigenen Erfahrungen entstanden. Aus Beobachtungen, aus Zweifeln, aus Gesprächen.

Dieser persönliche Blick bleibt.
Nicht als Maßstab. Sondern als Haltung.

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